Die 34 Reformmaßnahmen der Bundesregierung

Was Steuerpflichtige und Unternehmen jetzt wissen sollten

Die Bundesregierung hat Anfang Juli 2026 ein Reformpaket mit 34 Vorhaben bzw. Reformbeschlüssen vorgestellt. Die geplanten Änderungen betreffen insbesondere Steuern, Arbeitsmarkt, Sozialversicherung, Bürokratieabbau und Digitalisierung. Ziel der Koalition ist es, die Wirtschaft zu stärken, Investitionen zu fördern und Bürger sowie Unternehmen finanziell zu entlasten.

Für Privatpersonen, Familien, Arbeitnehmer und Unternehmer ergeben sich daraus zahlreiche Entwicklungen, die in den kommenden Monaten und Jahren steuerliche und betriebswirtschaftliche Auswirkungen haben können.

Steuerliche Entlastungen stehen im Mittelpunkt

Aus Sicht vieler Mandanten dürfte die geplante Einkommensteuerreform die wichtigste Maßnahme sein. Ab dem 1. Januar 2027 sollen insbesondere kleine und mittlere Einkommen entlastet werden. Vorgesehen sind:

  • Erhöhung des Grundfreibetrags
  • Anhebung des Kinderfreibetrags
  • Erhöhung des Kindergeldes
  • Anhebung des Arbeitnehmer-Pauschbetrags
  • Abmilderung der Steuerprogression für breite Einkommensgruppen

In voller Wirkung ab 2028 soll eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro um mehr als 600 Euro jährlich entlastet werden. Das gesamte Entlastungsvolumen wird mit rund zehn Milliarden Euro jährlich beziffert.

Unternehmen sollen von Bürokratieabbau profitieren

Ein weiterer Schwerpunkt des Reformpakets liegt auf der Entlastung der Wirtschaft. Die Bundesregierung plant schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Dokumentationspflichten sowie eine stärkere Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sollen damit Verwaltungsaufwand und Kosten reduziert werden.

Änderungen am Arbeitsmarkt

Die Koalition plant zudem mehrere Reformen im Arbeitsrecht. Dazu gehören unter anderem flexiblere Befristungsmöglichkeiten sowie weitere arbeitsmarktpolitische Reformen. Ziel ist es, den Arbeitsmarkt beweglicher zu machen und Neueinstellungen zu erleichtern.

Krankmeldungen: Mehr Nachweispflichten geplant

Diskutiert werden zudem strengere Nachweispflichten bei Krankmeldungen. Die Regierung begründet dies mit dem Ziel, hohe Fehlzeiten zu reduzieren. Inwiefern die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung künftig eingeschränkt wird, bleibt der konkreten gesetzlichen Umsetzung vorbehalten.

Rentenreform mit langfristiger Bedeutung

Auch die Altersvorsorge steht auf der Reformagenda. Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission sollen in ein Gesetzespaket überführt werden, das noch 2026 verabschiedet werden soll. Ziel ist es, die gesetzliche Rentenversicherung langfristig finanzierbar zu gestalten.

Das Reformpaket enthält zahlreiche Vorhaben, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betreffen werden. Aus steuerlicher Sicht stehen insbesondere die geplanten Entlastungen bei der Einkommensteuer im Fokus. Für Arbeitnehmer, Familien und viele Selbstständige sind die geplanten Entlastungen grundsätzlich positiv. Da zahlreiche Maßnahmen jedoch erst ab 2027 greifen sollen und noch das Gesetzgebungsverfahren durchlaufen müssen, können sich einige Änderungen an diesem Vorhaben ergeben. Dennoch empfiehlt es sich, künftige Steuerplanungen bereits heute unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen vorzunehmen.

Wir werden die Entwicklungen laufend beobachten und Sie über alle steuerlich relevanten Änderungen rechtzeitig informieren. Bei Fragen zu den möglichen Auswirkungen auf Ihre persönliche oder unternehmerische Situation stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

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